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Und wenn das fünfte Lichtlein brennt...

Autor: CarinaSchmidt | Datum: 12 Januar 2014, 14:45 | 2824 Kommentare

...ne, nichts mit Weihnachten verpennen. Das ist hier nämlich absolut, ganz und gar unmöglich! Es geht einfach nicht.

 

Bei mir ist nämlich immer noch Weihnachten. Heute war eine Weihnachtsfeier, Morgen ist eine, dann noch eine am Mittwoch und am nächsten Sonntag. In diesem oder ähnlichem Rythmus läuft das auch schon eine ganze Zeit.

Aber wie ist Weihnachten denn in Indonesien? Das ist eine gute Frage, eine sehr gute. Wie ist Weihnachten in einem Land, dass zum allergrößten Teil muslimisch geprägt ist? 

Wie man vielleicht schon heraushören konnte wird unter Christen oft gefeiert! Und zwar in sämtlichen vorstellbarn Konstellationen:
- die ganze Gemeinde #Tag1
- die ganze Gemeinde #Tag2
- jeder einzelne Hauskreis für sich (es gibt insgesamt 13)
- der Kigo (Kleinkinder bis Jugendliche in etliche Gruppen aufgeteilt)
- die Mitarbeiter aus dem Kigo
- das Krankenhaus in dem ich arbeite
- die älteren Jugendlichen bis jungen Erwachsenen
- die Senioren
- alle Frauen
- alle Schüler der Highschool
- alle Studenten
- Weihnachten der ganzen Stadt
- und so weiter...

Weihnachten hier, Weihnachten da. Die Feiern an sich sind allerdings alle ziemlich ähnlich aufgebaut. Es gibt immer ein Predigt und es werden Lieder gesungen. Die meisten davon kennen wir alle. Weihnachtsklassiker auf Indonesisch übersetzt hören sich allerdings schon ein bisschen anders an :) Nach diesem offeziellen Teil wird erstmal gegessen. Viel, fettig und süß. Bei einigen Feiern gibt es für die Kinder dann noch Weihnachtstüten. Ich habe bisher drei bekommen, obwohl ich gar kein Kind mehr bin. Oder vielleicht doch? 

Auf anderen Feiern wird gewichtelt, was meist in einer Art von Schrottwichteln endet. Jedenfalls wichtle ich meistens die Dinge weiter, die ich in der vorherigen Wichtelrunde geschenkt bekommen habe und nicht brauche.W ie zum Beispiel ein schon beinahe ekelhaft kitschiges Windspiel in rosa mit ungefähr 20 Plastikherzchen dranhängend. In der nächsten Runde habe ich dafür dann einen Mülleimer erhalten. Was soll mir das jetzt sagen?

Weihnachtsstimmung wollte bei mir allerdings nicht so richtig aufkommen. Es ist viel zu warm für Weihnachten und viel zu bunt, zu laut, zu kitschig. Nichts erinnert an eine Zeit der Ruhe und Besinnung oder an ähnliches. An eine Fastenzeit denkt hier übrigens absolut niemand, es ist eher eine Zeit des Stopfens...

Für einen ganz kleinen Moment war Weihnachten dann auch bei mir angekommen! Am 24. Dezember war ich erst arbeiten und habe dann direkt im Krankenhaus gewartet bis es Zeit war zur Kirche zu gehen. Der Gottesdienst an diesem Tag war auch richtig schön, es gab viel Abwechslung und nach drei, vier Stunden in der Kirche bin ich abends noch zu Familie Börner gefahren (das ist eine Familie aus Deutschland, die auch mit der VEM hier in der Stadt ist, das allerdings nicht nur für ein Jahr sondern für drei bzw. sechs Jahre). Dort gab es dann ein bisschen "deutsches Weihnachten" mit einem Weihnachtsessen bestehend aus Knödeln, Rotkohl und Gulasch(soße), angezündeten Kerzen, einem kleinen Plastikweihnachtsbaum, der nicht in knallpink und quitschblau leuchtete und ein paar Geschenken. Da ich ein Päckchen aus Deutschland bekommen habe hatte ich auch eine ganze Menge auszupacken und war mit unseren typischen Familienrätseln ein bisschen beschäftigt. Doch bevor dieser Abend vorbei war wurden noch Spiele gespielt! Es gab eine selbstentworfene Spieleolympiade. Ab sofort hieß es Besserwisser gegen Klugscheißer! Am Ende des Tages stand es 2,5 zu 2,5 und die Entscheidung musste vertagt werden...

Der 25. Dezember stellte sich als ein ganz typischer Post-Weihnachts-Gammel-Tag heraus. Da ich bei Börners übernachtet habe bin ich dann direkt noch einen Tag länger geblieben und es war ruhig, sehr ruhig! Ohne Gottesdienst, ohne Besuch, ohne wirklich aus dem Haus zu gehen... einfach zusammen sein, ein paar weitere Spiele spielen und das Gefühl Weihnachten zu haben. Übrigens haben im Endeffekt die Besserwisser gewonnen, was leider die Niederlage von Selma und mir bedeutet hat :(

Ja und jetzt befinde ich mich wieder mitten im indoneischen Weihnachtswahnsinn und hoffe, dass nach dem Zwischenseminar ud dem darauffolgenden Urlaub keine neuen Weihnachtsfeiern mehr anstehen! So langsam aber sicher habe ich nämlich definitiv genug davon für dieses Jahr.

ngomong-ngomong: Mein bisheriges Weihnachtsfazit: Es gibt viel zu viel zu Essen - Wichtelgeschenke müssen weder schön noch nützlich sein - ich bin um ca. 20 Lesezeichen reicher (man bekommt bei jeder Weihnachtspredigt eins als Erinnerung geschenkt) - riesige blinkende Tannenbäume, die aus zu Blumen verarbeiteten Plastikflaschen bestehen sind nicht so ganz meine Welt - Banner mit "Merry Christmas and a happy New Year" in jedem zweiten Laden irritieren, weil definitiv nicht jeder zweite Ladenbesitzer oder Dekorationsmensch Christ sein kann - Weihnachten ist hier die dritte Jahreszeit (zumindest unter Christen), es wird nämlich mindestens von Anfang Dezember bis Ende Januar gefeiert. Irgendwie kann man das mit Karneval vergleichen, obwohl... dass hinkt noch ein bisschen sehr. 

Auf jeden Fall ist Weihnachten eine ganz besondere Zeit und obwohl es so komplett anders ist als zu Hause in Deutschland bleibt der eigentliche und wichtige Inhalt der Gleiche: Jesus ist geboren und auf unsere Welt gekommen! 

Es gibt jedes Jahr unter allen indonesischen Christen ein Thema für Weihnachten (im Prinzip so ähnlich wie die Losungen in Deutschland) und dieses Jahr lautet das Thema:

"Denn uns wurde ein Kind geboren, uns wurde ein Sohn geschenkt. Auf seinen Schultern ruht die Herrschaft. Er heißt: wunderbarer Ratgeber, starker Gott, ewiger Vater, Friedensfürst."
~ Jesaja 9, 5 ~

Falls ich es noch nicht persönlich geschafft habe wünsche ich an dieser Stelle allen frohe Weihnachten! Okay, für deutsche Verhältnisse ist das vielleicht etwas spät, aber ich bin ja auch in Indoneisen.

Liebe Grüße,
Carina

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